Beetenbartsch

Eines unserer Lieblingsgerichte auf der Reise durch Litauen und Polen war Salat aus roten Beeten in allen Variationen. Es gab ihn in großen Supermärkten und Markthallen, frisch oder abgepackt, mit weißen Bohnen oder Wurststückchen, sahnig  oder pur – aber immer sehr lecker  – etwas süß-sauer.
Zu Hause lese ich im Heimatrundbrief „Land an der Memel“ Nr. 78 eine kleine Geschichte von Betty Römer-Götzelmann und darin sagt jemand :“..Betty, ich bin so jacherig nach Beetenbartsch,…“ Merkwürdiger sprachlicher Ausdruck! Ich merke ihn mir. Daneben steht das Rezept mit roten Rüben, Essig und Zucker, herzhaft süß-sauer.   Klingt lecker!    Etwa eine Woche später sehe ich auf einem Büchertisch ein kleines Kochbuch mit dem Titel „Von Beetenbartsch bis Schmandschinken“ von R. M. Wagner. Schon wieder dieses Wort – und ich verbinde es mit „jacherig“.  Einige Stunden später kam „Beetenbartsch“ auch noch in einem Vortrag über und mit Erinnerungen an Ostpreussen vor, das Wort „jacherig“ nicht, aber ähnlich liebenswert witzige Ausdrücke, über die ich schmunzeln musste: Glumse, Fleck, Klunkermus, schabbern und plachandern, verpimpeln, stuckerig, Gnietschkopp, usw.
Gestern gab es nun bei uns den (?) ersten „Beetenbartsch“! Die reichliche Menge des Rezeptes für vier Personen haben wir zu zweit mittags und abends erledigt. Ich kann also nun verstehen, dass jemand „jacherig“ danach ist. Dieses Gericht wird es wohl noch öfter bei uns geben. Leider habe ich keine Beurteilungsmöglichkeiten, ob ich es „echt ostpreussisch“ abgeschmeckt habe, denn niemand in meiner Familie hat jemals „Beetenbartsch“ zubereitet. Mein Mann behauptet allerdings, so etwas in der Art habe er oft in Polen gegessen – mit einem Klacks Schmand.

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Eine Antwort zu Beetenbartsch

  1. PT sagt:

    Liebe Frau Grosse,
    solche Geschichten mag ich. Sie erklären besser als alles andere, was den Reiz unseres verrückten Hobbys ausmacht, dass es uns nicht nur in vermuffte Archive, sondern auch an Orte führt und nun sogar mit Speisen bekannt macht, die wir ohne unsere Familienforschung nie kennengelernt hätten. – Und wie geht Beetenbarsch?
    Weiterhin guten Appetit

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